Wirtschaft betrifft uns täglich, oft ohne dass wir es ganz bewusst wahrnehmen. Im Fach Wirtschaftslehre am Technischen Gymnasium schaffen wir zunächst Orientierung: Was bedeutet „Wirtschaften“? Wie entstehen Bedürfnisse und Bedarfe? Welche Annahmen liegen dem Modell des Homo oeconomicus zugrunde? Und welche Modelle helfen, wirtschaftliche Zusammenhänge systematisch zu verstehen?

 

In der Eingangsklasse verbinden wir ökonomische Grundlagen mit konkretem Alltagsbezug: Wie funktioniert eine Steuererklärung? Welche Steuern zahlen wir und wofür überhaupt? Wie funktionieren die Sozialversicherungen? Was ist bei Rechtsgeschäften zu beachten? Welche Rechte haben Verbraucher:innen? Und was regeln AGB tatsächlich? Ziel ist ein wirtschaftliches Grundlagenwissen, das im privaten wie im beruflichen Kontext tragfähig ist.

 

In der Jahrgangsstufe 1 kann Wirtschaft als Wahlfach vertieft werden – zunächst mit dem Schwerpunkt auf Unternehmertum. Die Schüler:innen entwickeln eigene Geschäftsideen, analysieren Leistungsprozesse, planen Finanzierung, Marketing und Personal und setzen sich mit Bilanzierung auseinander. Projektorientiertes Arbeiten steht im Zentrum, etwa im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs Jugend gründet: Hier werden Businesspläne erstellt, Pitches vorbereitet und Unternehmensentwicklungen über mehrere Geschäftsjahre simuliert.

 

In der Jahrgangsstufe 2 rücken – auch mit Blick auf das Abitur – gesamtwirtschaftliche und wirtschaftspolitische Fragestellungen in den Fokus: Wirtschaftsordnungen, soziale Marktwirtschaft, Zielkonflikte zwischen Wachstum, Preisstabilität, Beschäftigung und Nachhaltigkeit, staatliche Eingriffe und wirtschaftspolitische Instrumente. Ergänzend können Themen wie Zahlungsverkehr, Geldanlage, Altersvorsorge und Wirtschaftsethik behandelt werden.

 

Ein zentrales Element unseres Unterrichts ist die Praxisnähe: Wir holen Expert:innen – etwa vom Finanzamt oder aus Unternehmen – an die Schule, nehmen an Workshops teil und arbeiten mit externen Partnern zusammen. Simulationen und Planspiele spielen dabei eine wesentliche Rolle. Wirtschaft wird nicht nur analysiert, sondern erlebt, erprobt und kritisch reflektiert.