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Zu Besuch beim Stuttgarter Startup MyCleaner

Der Weg von der Idee zum Geschäftsmodell

 

Der Kurs WIL4 des Technischen Gymnasiums besuchte am 20. Januar das aus dem Fernsehformat „Die Höhle der Löwen“ bekannte Stuttgarter Startup MyCleaner, wo es um die Themen Geschäftsidee, Unternehmerpersönlichkeit und Unternehmensziele ging. Das Unternehmen MyCleaner wurde auserkoren, weil seine Geschäftsidee gut zur aktuellen Lebenssituation vieler Schüler passt, die gerade ihren Führerschein und das erste eigene Auto erworben haben. Da stellen sich natürlich etliche die Frage: „Wie reinige ich mein Auto, kann ich es vielleicht auch umweltfreundlich machen, geht das überhaupt?“ Dass so etwas geht und man damit sogar „Geld verdienen“ kann, konnte man direkt vor Ort erfahren.

Slawa Kister, Geschäftsführer bei MyCleaner, führte uns durch den Betrieb und ging auf die Fragen der Schüler ein. Dabei beschrieb er auch die augenblickliche Situation bei den herkömmlichen Waschanlagen. Durch die ständig sich erhöhende Anzahl von Autos gebe es auch immer mehr Waschanlagen, in der Regel Wasser verschwendende Anlagen. In diesen herkömmlichen Betrieben würden bis zu 600 Liter Wasser verbraucht. Dafür könnten wir beispielsweise 300 Portionen Pasta kochen, 500 Kannen Tee trinken und 75 Mal Garten- und Zimmerpflanzen gießen.

So kam die Geschäftsidee der Gründer von MyCleaner, die sich überlegten, ob das nicht auch umweltfreundlicher machbar sei.  So entwickelten sie ein Mittel, das gänzlich ohne Wasser und nur noch mit einem Bruchteil an Reinigungssubstanzen funktioniert. Es werden pro Fahrzeug nur noch 0,25 Liter Reinigungsmittel verwendet, welches aus natürlichen, wasserbasierten Inhaltsstoffen besteht und daher zu 100% biologisch abbaubar ist.

 

Besuch bei My Cleaner

 

Nach der Vorstellung des Verfahrens ging Kister dann auf die Gründerpersönlichkeit ein, die bei der Umsetzung einer Idee eine wichtige Rolle spielt. Eine Geschäftsidee entsteht in der Regel, wenn ein neues oder bereits bestehendes Problem vom potenziellen Gründer erkannt und gelöst wird. Kister empfahl den Schülern, sofern sie schon eine Geschäftsidee im Kopf hätten, diese mit vielen Freunden, Bekannten und Verwandten zu teilen. Es bestehe keinerlei Gefahr, dass sie von heute auf morgen geklaut werde. Denn es müssten vor allem der absolute Wille und der hundertprozentige Glaube an die eigene Idee vorhanden sein, um daraus ein Startup zu gründen. Dann erst beginne die Phase der Umsetzung. Ideen gebe es zwar wie Sand am Meer, aber Gründerpersönlichkeiten, die diese realisierten, seien rar! Dabei verfolge jeder Gründer ganz unterschiedliche Unternehmensziele. MyCleaner beispielsweise sei der Beitrag zum Umweltschutz wichtig.

Eine weitere entscheidende Frage war schließlich, wie aus solch einer Idee ein profitables Unternehmen werden kann? Wie bei jeder Geschäftsidee, so Kister, spiele die Umsetzung die tragende Rolle. Viele Ideen kämen oftmals nie über die Planungsphase hinaus. Dabei zeige erst die Umsetzung, ob der Plan sich bewahrheitet habe. Schließlich seien viele Faktoren nur wenig planbar.

Am Beispiel einer Kundenanfrage erläuterte Kister, wie das Konzept von MyCleaner tatsächlich funktioniert: Ein Fahrzeugbesitzer vereinbart online einen Termin. Ein Mitarbeiter, der Cleaner, kommt zur gewünschten Zeit zum verabredeten Ort. Das kann der Stellplatz vor der Haustüre sein, der Parkplatz vor dem Büro oder sogar das Parkhaus, während der Kunde z. B. einen Einkaufsbummel macht. Die Reinigung benötigt weder Wasser noch Stromanschluss und bezahlt wird erst nach der Reinigung. Immer mehr „grün“ denkende Autofahrer nutzten diese neue Art der Autowäsche, so der Geschäftsführer.

Natürlich gebe es viele Stolpersteine, d.h. man müsse das Konzept immer wieder optimieren, was auch bedeuten könne, dass sich die Unternehmensziele im Laufe der Zeit veränderten, was aber am Anfang völlig normal sei. Man müsse offen und flexibel sein, um den Anforderungen und Herausforderungen gerecht zu werden und dürfe keine Möglichkeit außer Acht lassen.

Wir bedanken uns für die Führung durch das Unternehmen und den offenen Austausch zu all unseren Fragen!

 


Text: Li

Foto: it.schule

Redaktion: Da

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