Lebendige Lyrik beim Poetry Slam

Ein Deutschkurs der Jahrgangsstufe 1 besuchte an einem Sonntagabend im Januar gemeinsam das Altes Schauspielhaus in Stuttgart. Auf dem Programm stand der Poetry Slam Poetry Slam Dead or Alive. Für die meisten Schülerinnen und Schüler war es der erste Kontakt mit einem Poetry-Slam-Format und damit auch mit einer eher ungewohnten Form literarischer Darstellung.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein Wettstreit zwischen sechs Dichter:innen. Drei davon waren „tote“ Autor:innen – Bertolt Brecht, Mark Twain und Hildegard Knef –, die von Schauspieler:innen des Alten Schauspielhauses verkörpert wurden. Ihnen gegenüber standen die lebenden Slammer:innen Philipp Herold, Marvin Suckut und Aileen Schneider. Alle traten in zwei Runden mit unterschiedlichen Texten an. Durch den Abend führte Marius Loy, der wortgewandt und unterhaltsam moderierte.

Die Bewertung übernahm eine Jury aus dem Publikum. Fünf ausgewählte Personen vergaben Punkte von 1 bis 10. Ein Schüler aus dem Kurs meldete sich freiwillig als Jurymitglied. Das erforderte durchaus Mut – nicht nur, weil es für fast alle der erste Poetry Slam war, sondern auch, weil die eigene Wertung sichtbar Teil des Gesamturteils des Publikums wurde. Nach vielen überragenden und auch einigen kritischen Bewertungen konnte am Ende des Abends das „lebendige“ Team den Tagessieg holen. Das gemeinsame Fazit des Abends war allerdings, dass tatsächlich alle Beiträge „alive“ waren, manche überraschend aktuell und alle absolut zeitlos.
Der Theaterbesuch bot dem Kurs die Möglichkeit, Literatur einmal außerhalb des Unterrichtsraums zu erleben und Texte nicht nur gelesen, sondern gesprochen und performt wahrzunehmen. Und über die schulischen Zwecke hinaus war es auch einfach ein unterhaltsamer Abend.
sv
