Ausflug zum Zentrum für Akustik und Bauphysik
Am 29. Januar 2026 unternahmen wir mit unserem Physikkurs einen Ausflug zum Zentrum für Akustik und Bauphysik in Stuttgart-Vaihingen. Nach unserer Ankunft erhielten wir eine informative Präsentation über die Grundlagen der Akustik und Bauphysik sowie über mögliche Studiengänge an der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT). Für unser leibliches Wohl war ebenfalls gesorgt – Getränke und Butterbrezeln trugen zu einer angenehmen Atmosphäre bei.
Nach der theoretischen Einführung bekamen wir eine ausführliche Führung durch verschiedene bauphysikalische Labore der Einrichtung und erhielten spannende Einblicke in den Forschungsalltag eines Bauphysikers. Zunächst wurden uns historische Messgeräte gezeigt, bevor wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, die das Labor in unterschiedlicher Reihenfolge erkundeten.



Unsere Gruppe besichtigte zuerst den sogenannten „Hallraum“. Dort hingen Schallreflexionsplatten in unterschiedlichen Winkeln von der Decke. Als ein Mitschüler ein lautes Geräusch machte, hallte dieses etwa 10 bis 15 Sekunden nach. Beim Abspielen verschiedener Frequenzen über einen Lautsprecher bemerkten wir, dass die Lautstärke im Raum je nach Position und Frequenz variierte. Uns wurde erklärt, dass dies mit den unterschiedlichen Wellenlängen der Schallfrequenzen zusammenhängt. Diese reflektieren unterschiedlich an den Platten und können sich überlagern, wodurch sogenannte stehende Wellen (Raummoden) entstehen, die den Schall an manchen Stellen verstärken oder auslöschen.

Anschließend besuchten wir den „schalltoten Raum“. Dieser war an Wänden und Decke vollständig mit Absorberkeilen ausgestattet. Er verfügte über zwei hintereinanderliegende Türen mit einer Gesamtdicke von etwa 1,5 Metern. Das Sprechen in diesem Raum fühlte sich ungewohnt an – als wäre man fast taub, ähnlich dem Moment, wenn man einen lauten Club verlässt.
Besonders beeindruckend war eine sogenannte „Schallkamera“, die mit einem Laptop und Fernseher verbunden war. Sie zeigte auf dem Bildschirm, ähnlich wie eine Wärmebildkamera, die genaue Quelle jedes Geräusches im Sichtfeld. Bei absoluter Stille wurde eine Lautstärke von etwa –10 dB gemessen. Uns wurde erklärt, dass diese Räume für präzise Lautstärkemessungen unterschiedlichster Produkte verwendet werden, von Haushaltsgeräten bis hin zu Lüftungssystemen.




Anschließend wurden wir in eine große Halle geführt, in der ein Versuchsaufbau zur Messung von Körperschall in Bauwerken zu sehen war. Dabei wurden Beispiele wie die Geräuschentwicklung eines Whirlpool-Kompressors oder die Resonanz von Wasserleitungen erklärt. Außerdem besichtigten wir einen Raum, in dem Trittschall auf verschiedenen Bodenbelägen getestet werden kann. Als der Guide das Trittschallgerät einschaltete, hörte man deutlich das laute Hämmern, das durch die Holzböden übertragen wurde.
Zum Ende des Rundgangs wurden uns noch Räume zur Schallmessung von Wänden, Türen und Fenstern gezeigt. Abschließend machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto im schalltoten Raum. Der Ausflug dauerte etwa drei Stunden, war äußerst informativ und hat zudem viel Spaß gemacht.
Text von Tom Dalley, Leonard Schaffron und Luca Behrend (Jahrgangsstufe 2)
Initiator und Bilder: bo
