Endlich so weit - das neue Filmstudio steht

i-tüpfelchen auf der it-schule

Schriftzug it.schule

Der Name der Schule in rosa Lettern auf der Opera-Folie, das Studio in wechselnde Farben getaucht und die Einlassszenerie in unterschiedlichsten Kameraeinstellungen auf einer Videowand eingefangen – die Medienabteilung der it.schule hatte zur Einweihung ihres neuen hochmodernen Studios alle technischen Raffinessen eingesetzt, um ihr Potential unter Beweis zu stellen. Ein beeindruckendes optisches Spektakel, untermalt von den Marimbaphon-Klängen der Percussionistin Monika Schmid, das die Bedeutung dieses Festaktes widerspiegelte.

Monika Schmid Musik

Denn auf diesen Tag hatte man an der it.schule zehn lange Jahre gewartet und Schulleiter Manfred Haffa konnte die Übergabe des neuen Film-und Fernsehstudios nun beinahe als Abschiedsgeschenk für sein bevorstehendes Ausscheiden aus dem Schuldienst betrachten. Immerhin hatte er sich schon drei Jahre vor Eröffnung der Schule im Jahr 2007 für dieses Projekt eingesetzt und auf eine zeitgerechte Realisierung gehofft.

Doch das Geld hatte damals nur für den Rohbau gereicht. Der weitere Ausbau konnte nicht so schnell wie gewünscht umgesetzt werden und die zehn Jahre in der Warteschleife mussten mit Provisorien überbrückt werden, was Lehrern und Schülern manchmal einiges an Improvisationstalent abverlangte.

Studio in grünes Licht getaucht

Im Dezember 2013 schließlich gab der Stuttgarter Gemeinderat grünes Licht,  nachdem die Entscheidung zuvor immer wieder auf den nächsten Doppelhaushalt verschoben worden war. Rund zweieinhalb Jahre dauerte es danach, bis der Ausbau im Untergeschoss des Gebäudes an der Breitwiesenstraße schließlich fertig war. Ein weiteres halbes Jahr benötigte anschließend noch die Innenausstattung mit der Studiotechnik.

Und ganz billig war die Sache natürlich nicht, blieb aber mit ihren 2,4 Mio Euro - rund ein Drittel davon für den Ausbau, zwei Drittel für die Technik- im genau gleichen Kostenrahmen wie bei der Konzeption vor 13 Jahren. Eine Tatsache, die es angesichts der Kostenexplosionen so manch bekannter Langzeit-Großvorhaben hervorzuheben gilt.

Operafolie farbig

Dass sich das lange Warten dennoch gelohnt haben würde, war den Verantwortlichen in der it.schule spätestens seit der Freigabe im Dezember 2013  klar. Da war es absehbar, dass die bis dahin gängige SD-Technik ein Auslaufmodell sein würde und man deshalb schon auf die neue IP-basierte HD-Technik setzen könnte. Doch mit dieser einzelnen technischen Neuerung allein war es nicht getan. Viele andere Elemente des Studios profitierten von der verspäteten Realisierung – z.B die neuesten LED-Scheinwerfer in beliebiger Farbe, in Echtzeit steuerbar und mit verschiedenen Szenarien speicherbar, die außerdem weniger Abwärme produzieren und somit die Wärmeabfuhr und Dimmerracks ersparen. Oder die digitale Tonregie mit Kino-Surroundtechnologie für Hörpsiel und Liveübertragungen. Außerdem eine über Laptop steuerbare Opera-Folie für beliebig bewegte und farbige Hintergründe, ein flexibler Bluescreen sowie drei Teleprompter, um nur einige der Neuerungen zu nennen, die ein professionelles Studio ausmachen. Für die it.schule, mit dieser Abteilung  die einzige Berufsschule für Mediengestalter Bild und Ton in ganz Baden-Württemberg, ist das neue Studio ein absolut wichtiger und notwendiger Bestandteil, denn für diesen Ausbildungszweig ist die Lernsituation in einem Fernsehstudio fest im Rahmenlehrplan und im Ausbildungsplan verankert.

Kameraleute

Schulleiter Manfred Haffa dankte in seiner Rede allen Verantwortlichen und Beteiligten dafür, dass sie mit ihrem Engagement zur Realisierung dieser Vorzeigeeinrichtung beigetragen hätten. Das lange Warten habe sich auf jeden Fall gelohnt. Im gesamten süddeutschen Raum gebe es keine andere öffentliche Schule, die ein solches Film-und Fernsehstudio vorweisen könne.

Herr Haffa vor Videowand

Auch die geladenen Gäste kamen angesichts der beeindruckenden Örtlichkeit ins Schwärmen.

Als letzter Meilenstein aus dem Gründungskonzept der Schule habe das Studio einen Mehrwert nicht nur für die Schule sondern für die ganze Region, so Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer. Es gebe bundesweit nur wenige solcher Studios an anderen Standorten.  Als Vertreterin der Stadt freue sie sich, dass sie, obzwar nicht direkt verantwortlich für das Zustandekommen des Projekts, jetzt aber dessen Vollendung mitfeiern dürfe.

Buergermeisterin Isabel Fezer

Im Namen aller IHKen landesweit beglückwünschte Martin Frädrich, Geschäftsführer der IHK Region Stuttgart, die it.schule,  insbesondere ihren „Schrittmacher“ Manfred Haffa, und nannte die Investition einen Gewinn sowohl für die Schule als auch für die Stadt Stuttgart und die Ausbildungsbetriebe. Nicht alle Unternehmen könnten ihren Auszubildenden die Arbeit in solch einem Studio anbieten und seien somit angewiesen auf professionelle Arbeitsbedingungen, wo Grundlagen gelegt und praxisnah gearbeitet werden könne. Darüber hinaus dankte er der Schule auch für die Zusammenarbeit bei Prüfungen. Dies sei gelebte Partnerschaft und Lernort-Kooperation. Die it.schule sei über die Jahre zu einer echten Benchmark geworden.

Dr. Martin Frädrich IHK

Als i-Tüpfelchen auf der it.schule bezeichnete Stefan Früh von der Architektenpartnerschaft ARB den Studioneubau. Das Stuttgarter Planungsbüro war von Anfang an mit der Umgestaltung des früheren Rechenzentrums der IBM und späteren Institutsgebäudes der Fakultät Informatik der Uni Stuttgart befasst. "Das Gebäude ist von seiner Konstruktion her so, dass man jedes Loch, das gebohrt wurde, in der der halben Schule hörte", so Früh, "und hier sollte nun ein schalldichtes Studio entstehen." Die bauliche Umsetzung im gesteckten finanziellen und baulichen Rahmen sei daher eine Riesenherausforderung gewesen. So habe es geheißen: mit geringen Mitteln maximale Ergebnisse erzielen und ein Studio schaffen, das auch für professionelle Einsätze geeignet ist.

Stefan Früh auf der Leinwand gesehen

Für Jürgen Kössinger von Wireworx, dem Ingenieurbüro für Medientechnik, war die Planung des Studios im Jahr 2003 das älteste Projekt. In seiner Powerpoint Präsentation ging der Geschäftsführer auf die Geschichte des Gebäudes ein und nannte das Projekt Filmstudio eine Premiere für sein Ingenieurbüro, das ja zuvor schon das Videostudio an der Johannes-Gutenberg-Schule und das Tonstudio an der Werner-Siemens-Schule als Vorläufermodelle eingerichtet hatte.

Jürgen Kössinger von Wireworx

Zur Abrundung der Feierstunde erhielten die Gäste anhand eines Zusammenschnitts verschiedener TV-Sendungen von Schülern, in denen sehr anschaulich sowohl die technischen Fertigkeiten als auch manch schauspielerisches Talent der Auszubildenden unter Beweis gestellt wurden, und mit einer Führung durch die Regieräume einen lebendigen Eindruck von der Arbeitsweise und einen Einblick in die komplexe Technik.

Blick in den Regieraum

Text: da

Fotos: re und sw